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EPSO-Digitalkompetenzen: Der Leitfaden zum Test und zum DigComp 2.2-Framework

16. Juni 2026·5 min·EU·Now Editorial
Kernpunkte
  • Der EPSO-Test für digitale Kompetenzen besteht aus 40 Fragen in 30 Minuten, wird in Sprache 2 abgelegt und macht etwa 25 % der Gesamtwertung aus.
  • Es basiert auf dem offiziellen DigComp 2.2 Framework des Joint Research Centre: 5 Kompetenzbereiche und 21 spezifische Kompetenzen
  • Es ist kein technischer Test: Es wird nicht programmiert. Gemessen wird die digitale Urteilskraft — Sicherheit, Bewertung von Quellen, angemessene Nutzung der Werkzeuge
  • Die 5 Bereiche sind: Informations- und Datenkompetenz, Kommunikation und Zusammenarbeit, Erstellung digitaler Inhalte, Sicherheit sowie Problemlösung
  • Die Bestehensgrenze liegt bei 20/40; das DigComp 2.2 Framework ist faktisch der Lehrplan für den Test.
Fachkraft, die mit digitalen Werkzeugen arbeitet, Kompetenzen des DigComp 2.2 Frameworks

Der Test, der einfach aussieht (es aber nicht ist)

Der Test Digitale Kompetenzen wird von den Kandidaten oft unterschätzt. „Ich kann mit dem Computer umgehen“, denken sie. Aber der Test misst nicht, ob Sie eine Tabellenkalkulation öffnen können: Er misst, ob Sie eine Quelle bewerten, ein Sicherheitsrisiko erkennen und das richtige Werkzeug in einer sich digitalisierenden Verwaltung auswählen können. Es geht um Urteilsvermögen, nicht um reine Praxis.

Und er macht etwa 25 % der Endpunktzahl aus (ca. 30 % in der vorläufigen Punktzahl) — ein ähnliches Gewicht wie die EU-Kenntnisse. Er ist keine untergeordnete Komponente.

Dieser Leitfaden erklärt das Format des Tests, das offizielle Framework, auf dem er basiert (DigComp 2.2), und wie Sie sich gezielt vorbereiten können.

Reales Testformat

MerkmalDetail
Anzahl der Fragen40
Zeit30 Minuten (~45 Sekunden pro Frage)
SpracheSprache 2 (eine zweite offizielle EU-Sprache, Niveau B2)
Bestehensschwelle20/40
Rolle bei der BewertungBewertet — zählt ~25% des Endergebnisses

Ein Hinweis zur Transparenz: Die numerischen Angaben (40 Fragen, 30 Minuten) werden nicht auf der offiziellen EPSO-Seite veröffentlicht, die lediglich einen Mock-Test anbietet. Sie sind jedoch über zuverlässige Vorbereitungsquellen hinweg konsistent. Überprüfen Sie immer die offizielle Bekanntmachung Ihres Wettbewerbs (EPSO/AD/427/26) für die exakten Parameter.

Das offizielle Framework: DigComp 2.2

Der Test basiert auf DigComp 2.2, dem europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenzen für Bürger, der 2022 vom Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde. Es handelt sich um ein öffentliches und kostenloses Dokument — und es ist faktisch der Lehrplan des Tests.

DigComp 2.2 gliedert die digitalen Kompetenzen in 5 Bereiche, 21 Kompetenzen und 8 Beherrschungsstufen (unterteilt in vier Stufen: Basis, Fortgeschritten, Profi und Experte).

Die 5 Bereiche und die 21 Kompetenzen

1. Informations- und Datenkompetenz

Suchen, Bewerten und Verwalten von Daten, Informationen und digitalen Inhalten.

  • 1.1 Navigieren, Suchen und Filtern von Daten, Informationen und digitalen Inhalten
  • 1.2 Bewerten von Daten, Informationen und digitalen Inhalten
  • 1.3 Verwalten von Daten, Informationen und digitalen Inhalten

Typische Themen: algorithmische Personalisierung, Deepfakes, Mis-/Desinformation, Glaubwürdigkeit von Quellen, Integrität der Datenvisualisierung.

2. Kommunikation und Zusammenarbeit

Interagieren, Teilen und Zusammenarbeiten mithilfe digitaler Technologien.

  • 2.1 Interaktion mit digitalen Technologien
  • 2.2 Teilen mithilfe digitaler Technologien
  • 2.3 Ausübung der Staatsbürgerschaft durch digitale Technologien
  • 2.4 Zusammenarbeit mithilfe digitaler Technologien
  • 2.5 Netiquette
  • 2.6 Verwaltung der digitalen Identität

Typische Themen: Wahl des geeigneten Kanals, Netiquette, professionelles Online-Verhalten, Verwaltung der digitalen Identität.

3. Erstellung digitaler Inhalte

Entwickeln, Überarbeiten und Schützen digitaler Inhalte.

  • 3.1 Entwickeln digitaler Inhalte
  • 3.2 Integrieren und Überarbeiten digitaler Inhalte
  • 3.3 Urheberrecht und Lizenzen
  • 3.4 Programmierung

Typische Themen: Dateiformate und Interoperabilität, Urheberrecht und Lizenzen, Tabellenkalkulationslogik, grundlegendes Bewusstsein für Automatisierung. (Die Kompetenz 3.4 wird auf konzeptioneller Ebene geprüft, nicht als Schreiben von Code.)

4. Sicherheit

Schutz von Geräten, Daten, Gesundheit und Umwelt.

  • 4.1 Schutz von Geräten
  • 4.2 Schutz personenbezogener Daten und Privatsphäre
  • 4.3 Schutz von Gesundheit und Wohlbefinden
  • 4.4 Schutz der Umwelt

Typische Themen: Grundlagen von HTTPS/TLS, Phishing-Indikatoren, Offenlegung von Metadaten, Privatsphäre-Einstellungen, Zwei-Faktor-Authentifizierung.

5. Problemlösung

Lösen technischer Probleme und kreative Nutzung von Technologien.

  • 5.1 Lösen technischer Probleme
  • 5.2 Identifizieren von Bedürfnissen und technologischen Lösungen
  • 5.3 Kreative Nutzung digitaler Technologien
  • 5.4 Identifizieren von Lücken in den digitalen Kompetenzen

Typische Themen: Troubleshooting-Logik, Unterscheidung DNS vs. HTTP, Cloud Storage vs. SaaS, Identifizierung technologischer Lösungen.

Es ist kein technischer Test

Es ist wichtig, dies zu betonen: Sie müssen nicht programmieren können. Der Test misst das digitale Urteilsvermögen, nicht die technische Fertigkeit. Es geht darum, zu verstehen, wie ein System funktioniert, dessen Risiken einzuschätzen und die sicherste sowie angemesseneste Antwort in einem institutionellen Kontext zu wählen.

Selbst dort, wo das Framework „Programmierung“ (Kompetenz 3.4) beinhaltet, wird dies im Test auf konzeptioneller Ebene behandelt — also als Bewusstsein für Automatisierung —, ohne dass Sie Code schreiben müssen. Denken Sie wie ein Beamter, der digitale Werkzeuge verantwortungsbewusst einsetzt, nicht wie ein Entwickler.

So bereiten Sie sich vor

  • Nutzen Sie DigComp 2.2 als Lehrplan. Das offizielle Dokument ist die Quelle: Es deckt alle Bereiche ab, die im Test abgefragt werden können.
  • Beherrschen Sie die wichtigsten konzeptionellen Unterscheidungen. DNS vs. HTTP vs. TLS, Desinformation vs. Misinformation, Cloud-Speicher vs. SaaS. Dies sind genau die Arten von Unterscheidungen, die im Test gerne abgefragt werden.
  • Wenden Sie das Urteilsvermögen eines Beamten an. Wenn eine Option die Sicherheit und die institutionelle Angemessenheit priorisiert, ist dies oft die richtige Antwort.
  • Zeitgesteuertes Üben. Bei ca. 45 Sekunden pro Frage müssen Sie lernen, plausible Distraktoren schnell auszuschließen. Geschwindigkeit ist trainierbar.
  • Das EU-Selbsteinschätzungstool ("Test your digital skills") existiert und ist kostenlos, basiert jedoch auf dem älteren DigComp 2.0: Nutzen Sie es zur Orientierung, nicht als originalgetreue Simulation des EPSO-Tests.

Übungsfragen, die auf DigComp 2.2 abgestimmt sind und Erklärungen enthalten, finden Sie im Praxisbereich von EU·Now. Für den vollständigen Überblick über die AD5-Auswahl lesen Sie den vollständigen Leitfaden zum EPSO-Wettbewerb 2026.

Zusammenfassung

Der Test für digitale Kompetenzen belohnt eine gezielte Vorbereitung:

  1. Er besteht aus 40 Fragen in 30 Minuten, in Sprache 2, und macht ~25 % der Endnote aus.
  2. Er basiert auf DigComp 2.2: 5 Bereiche, 21 Kompetenzen — das Framework ist Ihr Lehrplan.
  3. Er misst das digitale Urteilsvermögen, nicht die Programmierung: Sicherheit, Bewertung von Quellen, angemessene Nutzung von Werkzeugen.

Er mag wie der einfachste Test erscheinen. Behandeln Sie ihn jedoch als einen der wichtigsten.

Häufig gestellte Fragen